Das Nashorn. Ein Kindergedicht.

Von Giwi Margwelaschwili

 

Nein, Kinder, nein, ich bin nicht froh
Ein normales Nashorn steht im Zoo.
Ich aber steh auf dem Papier
Und frage mich, was soll ich hier.

Immer muss ich um mein Dasein beben.
Denn gelesen werdend leben
Ist sicher das Beschwerlichste
Und auch noch das Gefährlichste.

Was mach ich armes dickes Biest,
Wenn mich keiner liest?
Auf meinem miesen Zeilengrund
Sterb ich noch am Leserschwund.

Ach, ich fürchte den Lesertod!
Drum, Kinder, hört mein Angebot:
Für mein Überleseleben
Möchte ich mich euch zum Reiten geben.
Doch dazu braucht es Phantasie
Kleiner Leser hast Du sie?

Aus dem Band „Verfasser unser. Ein Lesebuch“ von Giwi Margwelaschwili

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2 thoughts on “Das Nashorn. Ein Kindergedicht.

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