Betäubung

Von Erich Mühsam

Ist’s nicht, als wär ich längst vorbei
am Ziel, das meine Augen maßen?
als wären neue Strecken frei?
als schritt mein Fuß auf andern Straßen?
Zwar dünkt dies alles mir vertraut:
die Bäume und am Weg der Graben;
doch weiß ich nicht, ob ich’s geschaut,
ob Träume mir geweissagt haben.
Der Kirchturm lockt und ängstigt mich,
und neben mir die Frauenstimme
klingt gleich bekannt und wunderlich.
Sind sie das Gute oder Schlimme?
Was ist hier Wahrheit? Was ist Schein?
In Furcht und Hoffnung suchen viele …
Die Welt muß sehr verändert sein, —
und wir sind weit von unserm Ziele.

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