Der Mann, der Europa veränderte

Von Aras Ören

Der Mann, der Europa veränderte
er spuckte keine Töne
ballte die Faust nicht zum Gruß
ließ sich auch nicht von schönen Worten verführen
grub nur die Hände in die Taschen.

Im Knopfloch steckte ihm lediglich eine rote Nelke
verwelkt, Überbleibsel von einem ersten Mai
zahllose seiner Schreie, an die Mauer geklebt,
kleben noch immer daran.

Einen weiten Weg war er gekommen, nächtelang schlaflos
ein Bild in seinem Rahmen
zusammengesetzt aus unausgegorenen Elementen
wer weiß, wer es malte.

Auf diesem Bild, das ihm überhaupt nicht ähnelte
trug er einen lächelnden Optimismus zu Schau
der ihn selbst und jeden Betrachter täuschte
und sein Arbeitsanzug war fettig.

Berlin, April 1980

Übersetzt von Yıldırım Dağyeli und Helga Dağyeli-Bohne, zuerst erschienen in „Das Wack“, 1986

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